„Den Strom einfach vom Freund oder der Nachbarin kaufen – irgendwie muss das doch möglich sein!“

So die Überlegungen der Gründer Danusch Mahmoudi, Justus Schütze und Thomas Schiel vor über einem Jahrzehnt. Die Idee von Social Energy oder Peer-to-Peer Energy Sharing war geboren, also einem dezentralen Energieaustausch auf Augenhöhe. Wenngleich den Gründern das Motto People Power viel besser gefiel.

Es folgte ein arbeitsames Jahr: Namenssuche, Firmengründung, Dienstleisterwahl und die Suche nach passionierten Mitstreiter*innen – sowohl im Team als auch in der Community.

Erster Mini-Marktplatz für Strom

Im Herbst 2010 war es dann soweit: die erste Kilowattstunde elektrischer People Power floss via BUZZN von Stromgeber Georg zu Stromnehmer Patrick durch das öffentliche Netz. Über den ersten Mini-Marktplatz seiner Art inner- und außerhalb Deutschlands, ganz ohne Zwischenhändler oder Strombörse.

Kampf mit der Bürokratie

„Wir hatten keine Ahnung, was für ein Kampf es sein würde, einen Betreiber einer kleinen Stromerzeugungsanlage mittels Direktvermarktung mit einem Endverbraucher zu verbinden“, erinnert sich Justus Schütze. Die Hoffnung jedoch, dass sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen im Sinne einer dezentralen und kleinteiligen Erzeugung und Vermarktung von Strom verbessern würden, wurden mit jeder Gesetzesnovelle aufs Neue enttäuscht. 

Mieterstrom-Pioniere

Schon im Jahr 2013, lange bevor irgendjemand das Wort „Mieterstrom“ in den Mund nahm, realisierte BUZZN erste derartige Projekte. Die Idee: in einem Mehrfamilienhaus oder Wohnquartier wird eine Photovoltaik-Anlage oder ein Blockheizkraftwerk installiert. Der Strom fließt auf direktem Weg zu den Steckdosen der Bewohner*innen. Das entlastet das öffentliche Netz und spart Netzentgelte, die einen beträchtlichen Teil des Strompreises ausmachen. Eigentlich eine win-win-Situation für Umwelt und Verbraucher*innen.

Unabhängig vom großen Geld

Wer das alte, zentralistische System der Energiekonzerne herausfordert, darf sich nicht von ihnen kaufen lassen. An diesen Grundsatz hielt sich BUZZN trotz Beteiligungsgesuchen einiger „Großer“ über all die Jahre eisern. Stattdessen setzte BUZZN auf Sparsamkeit, auf Geldgeber*innen im Kreis von Familie, Freunden und Bekannten, sowie auf das organische Wachstum einer stetig wachsenden Community von aktiven Stromgeber*innen und Stromnehmer*innen. Auch wenn das zu einer – im Vergleich zur konzernfinanzierten Konkurrenz – deutlich langsameren Entwicklung führte.

Das Imperium schlägt zurück

Es dauerte nicht lange bis Social Energy, die von BUZZN 2010 ins Leben gerufene und neuartige Form einer Community-basierten Energieversorgung, auch von anderen Unternehmen als sinnvolles Konzept erkannt und in neuartigen Geschäftsmodellen adaptiert wurde. Der Sprung der Energiewende in ein neues Zeitalter war gelungen. Ein Grund zur Freude? Nur bedingt. Denn nun traten Atomkonzerne und Öl-Multis auf den Plan, um sich bei den StartUps der Social Energy Szene einzukaufen. Frei nach der Devise: “If you can’t beat them, buy them.”

Zudem leisteten Heerscharen von Bürokraten und Lobbyisten der alten Energie-Industrie „ganze“ Arbeit, wenn es darum ging, die bestehenden Gesetze zugunsten der kleinteiligen und erneuerbaren Energien zu verkomplizieren (jüngstes Beispiel: EEG 2021). Oder neue Gesetze möglichst komplex und damit für kleine Player geradezu abschreckend zu gestalten, wie das 2017 verabschiedete Mieterstrom-Gesetz.

Energiewende am Scheideweg

Wir schreiben das Jahr 2020 und die Energiewende steht am Scheideweg. Alles scheint auf die totale Digitalisierung durch zentrale Institutionen hinzusteuern, die mit sogenannter Clean Tech die Technikfolgen des alten, fossilen Zeitalters zu lösen versprechen. Gleichzeitig steht (noch) ein anderer Weg offen: hin zu einem dezentralen, kleinteiligen und selbstbestimmten Energiesystem, welches sich bewährter Technologien bedient, und bei dem das menschliche Maß im Mittelpunkt steht. Allen voran der maßvolle Umgang mit Energie im Sinne der Sparsamkeit und Suffizienz.

We’ll keep it BUZZN!

Ein Energiesystem im menschlichen Maß: dieser Vision wird BUZZN treu bleiben. Zum einen auf Produktebene, wo BUZZN sich weiterhin für den Weiterbetrieb funktionierender analoger Stromzähler, den Schutz der Privatsphäre, den aktiven Mieterstrom sowie die einfache Direktvermarktung kleiner Stromerzeugungsanlagen stark machen wird.

Zum anderen auf Unternehmensebene. Hier wird BUZZN seine ersten Erfolge mit dem 2017 eingeführten hierarchiefreien Organisationsmodell Holacracy ausbauen, um Eigenverantwortung und Selbstbestimmung im Team weiter zu stärken. 

Parallel laufen die Vorbereitungen, um BUZZN als sogenannte Commons Company ins Verantwortungseigentum des Teams zu überführen. Mit dem Ziel, das erste Energieunternehmen zu etablieren, das allen dient, aber von niemandem zweckentfremdet werden kann. Mit anderen Worten: ein sinnstiftendes, selbstbestimmtes und unverkäufliches Unternehmen, das von der Community getragen wird.

Der Ansatz von BUZZN bleibt damit weiterhin einzigartig. Genau wie sein mittlerweile sehr internationales Team, das hoch motiviert in eine spannende Zukunft blickt. 

Zeit, danke zu sagen

Wir danken allen Menschen und Organisationen, die uns seit Gründung vor einem Jahrzehnt unterstützt und geholfen haben. Sei es als Teammitglied, Familienmitglied, Geldgeber*in, Dienstleister*in oder Journalist*in.

Besonderer Dank gilt den von uns bundesweit betreuten rund 3.000 Stromnehmer*innen und Stromgeber*innen, die uns über die Jahre die Treue gehalten haben, auch in schweren Zeiten.

Ihr seid die People Power hinter BUZZN! 🙏⚡️

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Bildnachweis

Muffin mit Kerze: CherriesJD
BUZZN Team: privat