In letzter Zeit kontaktieren uns vermehrt BUZZN Stromnehmer, die Post von ihrem Netzbetreiber als “grundzuständigem Messstellenbetreiber” erhalten haben. Mit verwirrend bis verunsicherndem Schwurbeltext, wie er für die deutsche Energiewirtschaft typisch ist, wird eine Geschichte von der “Abrechnung des Messstellenbetriebs” erzählt. Tenor: Der gemeine Stromlieferant BUZZN will Deine Messentgelte nicht mehr bezahlen, also stellen wir sie dir jetzt in Rechnung.

Worum geht es hier eigentlich? 

Zwangsbeglückung mit “moderner Messeinrichtung”

Unter dem Motto “Digitalisierung der Energiewende” und der Begründung, man müsse fluktuierende erneuerbare Energien ins Stromnetz integrieren, rollt derzeit eine gigantische Materialschlacht über Deutschland. In ihrem Zuge werden vor allem alte analoge Stromzähler gegen neue digitale ausgetauscht. “Smart Meter Rollout” heißt dies beschönigend im Jargon der neomanischen Energiebürokratie.

Die gesetzliche Grundlage für diese Materialschlacht ist das 2016 verabschiedete “Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende”. In Erfüllung dieser Norm haben nun Hunderte von deutschen Verteilnetzbetreibern mit der Zwangsbeglückung ihrer Netzkunden begonnen, indem sie deren alte Zähler gegen sogenannte “moderne Messeinrichtungen” austauschen.

Wie “modern” diese Messeinrichtungen wirklich sind, hat das Satiremagazin extra 3 in der  tragikomischen Reportage “Realer Irrsinn: Neue digitale Stromzähler” herausgearbeitet. 

Ein Schelm, wer hier denkt, der Smart Meter Rollout ist in Wirklichkeit ein Ressourcen verschlingendes Subventionsprogramm für die deutsche Energieindustrie, clever verhüllt unter dem grünen Deckmäntelchen der Energiewende.

Nebelkerze Abrechnung

Anstatt auf den realen Irrsinn des Smart Meter Rollouts hinzuweisen, hauen die Netzbetreiber in ihren Kundenschreiben in eine andere Kerbe. Nämlich die, dass BUZZN als Stromlieferant die “Abrechnung” bzw. “Zahlung” des Messentgelts nicht mehr übernehme, und dass man als Netzbetreiber das Messentgelt in Höhe von 20 € pro Jahr nun direkt in Rechnung stellen müsse. Dazu ein sechsseitiger Vertrag inklusive Preisblatt und SEPA-Mandat mit dem Hinweis, dass der Vertrag ohnehin zustande kommt, auch wenn der Kunden nicht unterschreibt.

In Wirklichkeit stellen sich die Zusammenhänge jedoch so dar:

  1. Alle Stromlieferanten waren in der Vergangenheit gezwungen, das Messentgelt für den Netzbetreibers in dessen Rolle als grundzuständiger Messstellenbetreiber bei ihren Stromkunden einzusammeln und an den Netzbetreiber durchzureichen. Ähnlich einem Inkassounternehmen, allerdings ohne Vergütung oder Ausgleich des finanziellen Risikos für den Fall, dass einzelne Stromkunden nicht zahlen.
  2. Abhängig vom Netzgebiet, betrug das Messentgelt früher zwischen 10 und 15 € pro Jahr und war im Grundpreis des Stromlieferanten versteckt. Für moderne Messeinrichtungen dürfen die Netzbetreiber maximal 20 € pro Jahr verlangen, wobei der Stromlieferant nun von der Inkassopflicht befreit ist, und das Messentgelt auf einer separaten Rechnung des Netzbetreibers als grundzuständigem Messstellbetreiber zu Tage tritt.
  3. Da wir bei BUZZN den Smart Meter Rollout für sinnlos und die modernen Messeinrichtungen für überteuert halten, haben wir alle Netzbetreiber angeschrieben und darüber informiert, dass sie ihre Messentgelte bitte selbst einsammeln mögen. In der Hoffnung, dass damit wenigstens ein Hauch von Transparenz und Diskussion entsteht.

Wie vermessen muss eine Branche sein, um einfache Zusammenhänge wie diese ihren Kunden gegenüber in einer Art und Weise darzustellen, dass diese nichts verstehen oder gar verunsichert sind? Willkommen im deutschen Strommarkt, 21 Jahre nach der sog. Liberalisierung.

Hilfe, ich habe eine “moderne Messeinrichtung”!

Für alle BUZZN Stromnehmer (und solche, die es noch werden wollen), die bereits mit einer modernen Messeinrichtung zwangsbeglückt wurden (siehe oben), besteht kein Grund zur Panik.

Sie erhalten bei BUZZN einen Spezialtarif mit einem Grundpreis, in dem kein Messentgelt mehr enthalten ist. Natürlich auch rückwirkend auf den Zeitpunkt, an dem ihre moderne Messeinrichtung eingebaut wurde. Einzige Voraussetzung: BUZZN muss über den Einbau informiert werden. Und da die Netzbetreiber dies nur sporadisch tun, sind wir auf deine Mithilfe angewiesen. Wenn du bemerkst, dass dein Stromzähler ausgetauscht wird, oder wenn du eines der eingangs erwähnten Schreiben von deinem Netzbetreiber bekommen hast, nimm einfach Kontakt mit uns auf.

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