Geben und Nehmen statt Versorgen und Verbrauchen

1954 formulierte Erich Fromm in „Wege aus einer Kranken Gesellschaft“  wesentliche Unstimmigkeiten der modernen Industriegesellschaft. Am Ende des Buches (S. 303) prognostizierte er ein Schreckensszenario, das inzwischen nahezu Realität geworden ist:

„Beide Systeme (Kommunismus und Kapitalismus, Anm. d. Autors) entwickeln sich zu Managergesellschaften mit wohlgenährten und gutgekleideten Bewohnern, deren Wünsche befriedigt werden und die keine Wünsche haben, die man nicht befriedigen könnte. Es werden Automaten sein, die folgen, ohne dass man Gewalt anwenden müsste, die auch ohne Führer gelenkt werden, die Maschinen herstellen, die sich wie Menschen benehmen und die Menschen produzieren, die sich wie Maschinen benehmen.“

Als wesentliches Merkmal des Auswegs aus der kranken Gesellschaft skizziert er (S.304):

 „die Teilhabe an der Arbeit und am Erleben“

Noch deutlicher beschreibt Ivan Illich in „Selbstbegrenzung“ (S. 33), dass wir geeignete Werkzeuge benötigen um:

„die optimale Nutzung des am besten über die ganze Erde verteilten Reichtums zu schützen, zu garantieren und zu fördern: nämlich der von der Person kontrollierten persönlichen Energie.“

Wir alle müssen uns immer wieder fragen, für was wollen wir unsere Energie aufwenden?

Energie im Sinne von Tatkraft. Der Kraft etwas zu tun, wirksam zu sein. Wir alle können etwas bewirken, im Kleinen und im Großen, durch Beziehungen. Was wir brauchen ist deshalb Reichtum – ein Reichtum an gelingenden und sinnstiftenden Beziehungen. Die Basis für alle Beziehungen ist gelungenes Geben und Nehmen. Geben und Nehmen mit dem Ziel, Beziehungsreichtum über materiellen Wohlstand zu stellen, denn gelebte, gelungene Beziehungen lassen tätig werden und geben Kraft, da sie den Einzelnen stärken. Sie lassen so den Einzelnen wichtig werden im Gesamten, in einem großen Ganzen, für das wir alle verantwortlich sind.

In für mich heute unfassbarer Einsicht haben meine Mitgründer dies schon vor vier Jahren bei der Namensfindung „Stromgeber“ und „Stromnehmer“ erkannt. Ich bin froh, dass es mir eine Stromnehmerin ermöglicht hat, diesen Zusammenhang jetzt nachzuvollziehen und ihn hier für alle lesbar darzustellen. Denn das Ziel von buzzn ist es, Werkzeuge zu liefern, die es ermöglichen, die dezentrale Energiewende in genau dieser Art und Weise zu nutzen.

 

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