Photovoltaik-Stromgeber werden?

[Hinweis der Redaktion: Auf vielfachen Wunsch haben wir eine detailliertere und gleichzeitig für alle EEG-Anlagen (nicht nur Photovoltaik) gültige Fassung dieses Blogbeitrags geschrieben. Du findest sie hier.]

buzzn ist die bundesweit erste Direktvermarktungsmöglichkeit für Strom aus kleinen Photovoltaik-Anlagen (<100 kWp) über das öffentliche Netz. Unser Auftrag ist es, Dir als Betreiber einer solchen Anlage

  • eine Vermarktungsalternative zum Netzbetreiber für Deinen überschüssigen hausgemachten Strom zu bieten,
  • eine Möglichkeit zu geben, Deinen Überschussstrom mit anderen zu teilen,
  • einen Extra-Cent für jede eingespeiste kWh zu vergüten.

Hört sich gut an? Dann werden Dir nachfolgende Informationen bei der Entscheidung helfen, ob Du tatsächlich das Abenteuer eingehen willst, PV-Stromgeber zu werden:

Für die Direktvermarktung Deines Überschussstroms zweckentfremden wir gewissermaßen das EEG-Marktprämienmodell, welches eigentlich für große EEG-Anlagenbetreiber in der Megawattklasse gemacht wurde, also vor allem Wind- und Solarparks. Der Aufwand der Direktvermarktung (Ummeldung, Bilanzkreismanagement, Abrechnung etc.) ist für buzzn daher pro Kilowattstunde deutlich höher. Wir versuchen dies durch unseren Grundpreis in Höhe von derzeit 84,00 € pro Jahr (netto) abzufangen.

Ungerechterweise brummt Dir der Gesetzgeber als Mini-Betreiber bei einer Direktvermarktung heute noch dieselben Pflichten auf wie den Großen, inbesondere eine Leistungsmessung sowie eine Fernabschalteinrichtung mit Funkrundsteuerempfänger einzubauen. In Summe kosten diese zusammen derzeit einmalig ca. 1.000 € (netto) für die Hardware samt Installation, sowie laufend ca. 300 € (netto) pro Jahr. Wir arbeiten daran, das bald günstiger anbieten zu können, sind dafür aber immer von den Marktpreisen für die Technik abhängig.

Schließlich wird das Marktprämienmodell von einigen Netzbetreibern noch nicht richtig verstanden und anfangs gerne falsch abgerechnet, was Quelle zusätzlichen Ärgernisses sein kann.

Andererseits erhältst Du bei einer Direktvermarktung vom Netzbetreiber zusätzlich zur Marktprämie eine Managementprämie in Höhe von derzeit 0,65 Ct/kWh (netto). Und buzzn zahlt Dir im Jahresmittel einen Extra-Cent über dem Marktwert nach Marktprämienmodell. Dieser wird durch die buzzn-Stromnehmer finanziert, die Deinen Überschussstrom ja letztlich kaufen und über ihren Bezugspreis bezahlen.

In welchen Fällen also lohnt sich Deine Teilnahme als kleiner PV-Stromgeber bei buzzn?

Anlagenkategorie 1:

PV-Anlagen, die aufgrund gesetzlicher Vorgaben bereits mit Leistungsmessung und Fernabschalteinrichtung zur Leistungsreduzierung ausgerüstet sind.

Anlagenkategorie 2:

Anlagen, welche aufgrund ihrer Größe in der Lage sind, unseren Grundpreis sowie die Mehrkosten durch die erforderlichen technischen Nachrüstungen (Leistungsmessung und Fundrundsteuerempfänger) über die Mehrerträge aus der Direktvermarktung (Extra-Cent und Managementprämie) zu finanzieren. In der Regel sind das Anlagen ab ca. 50 kWp.

Anlagenkategorie 3:

Anlagen von Idealisten, die ihren Überschussstrom lieber einer Gemeinschaft zur Verfügung stellen als dem Netzbetreiber, der diesen Strom eigentlich gar nicht haben will und ihn anonym im Graustrommarkt verkauft.

Übrigens: Dass bei bestimmten PV-Anlagen ab dem 01.01.2014 die nach EEG vergütete Einspeisemenge auf 90% abgesenkt wird, kann die Direktvermarktung nach dem Marktprämienmodell leider nicht verhindern. Das kann allenfalls durch den Eigenverbrauch des erzeugten Stroms vor Ort kompensiert werden.

Weitere Informationen, auch zum Geben von Strom aus Blockheizkraftwerken außerhalb des EEG, findest Du hier.

 

Beitragsbild: Túrelio
Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Germany

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