Oder kurz NIMBY.

NIMBY ist der Ausruf von Menschen, die sich gegen ein Projekt wehren, das zum Nutzen der Allgemeinheit vor ihrer Nase errichtet werden soll, wodurch sie alleine die Lasten tragen müssten.

Waren es früher noch Atomkraftwerke, gegen die demonstriert wurde, protestieren „NIMBYs“ heute auch schon gegen ein einzelnes Windrad, das am Dorfrand aufgestellt werden soll.

Klar, dass sie dafür von den Investoren und deren Politikern gescholten werden.

Interessant hingegen, dass die modernen NIMBYs auch von vermeintlichen Energiewendern angegangen werden, die ihnen vorwerfen, sie verhinderten aus egoistischen Motiven den Ausbau der Erneuerbaren Energien.

Erneuerbarkeit kann nur eine Dimension der Energiewende sein. Dezentralität und Demokratisierung gehören ebenso dazu. Wo der NIMBY-Ruf laut wird, sollte deshalb überprüft werden, ob das strittige Projekt hinreichend dezentral und demokratisch ist.

Andererseits wird sich jeder NIMBY im Zuge dieser Überprüfung fragen lassen müssen, ob er seinen demokratischen Pflichten als Energiebürger bereits nachgekommen ist. Zum Beispiel durch die Installation einer Solarstromanlage auf seinem Dach, dem Betrieb eines Blockheizkraftwerks in seinem Keller oder eine andere ultimativ dezentrale Maßnahme.

Es liegt in der Natur der Sache: Eine echte Energiewende wird es nur in everybody’s back yard geben. Oder gar nicht.

 

Beitragsbild: Nick Smith
Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic

Leave a Reply

*