Die absoluten Heilsversprechen der Nachhaltigkeitsindustrie

Strom aus „100% Erneuerbaren Energien“, Autos mit „Zero Emissions“: Die Nachhaltigkeitsindustrie wirbt mit absoluten Heilsversprechen. Was bewirken diese, besonders im Hinblick auf den nötigen Umbau unseres Energiesystems?

Kommunikation kann motivieren. Aber nur, wenn sie mit den Absichten, Sehnsüchten und Werten des Empfängers übereinstimmt. Bei den Gegnern der so genannten Energiewende erzeugt die Kommunikation der Nachhaltigkeitsindustrie Widerstand, von den Ignoranten wird sie gar nicht erst wahrgenommen ─ absolute Heilsversprechen hin oder her.

Überzeugte, Interessierte und sogar Skeptiker hingegen sind grundsätzlich offen für die Kommunikation der Energiewende. Und hier richten die absoluten Heilsversprechen der Nachhaltigkeitsreklame großen Schaden an.

Jeder weiß oder ahnt zumindest, dass auch bei vermeintlich reinem Ökostrom Transportverluste und Bilanzabweichungen entstehen, die mit Graustrom ersetzt werden. Oder dass bei Elektrofahrzeugen die Emissionen im Zweifelsfall nur verlagert werden. Oder dass der ökologische Fußabdruck bei der Herstellung von Solarzellen, Windkraftanlagen oder Batterien gewaltig ist.

„Die Gefahr von […] Propaganda ist nicht, dass die Propaganda geglaubt wird. Die Gefahr ist, dass nichts geglaubt wird und dass jede Art von Kommunikation suspekt wird.“ (Peter Drucker).

Wen wundert es noch, dass die Mehrheit zwar für die Energiewende ist, andererseits nur ein Bruchteil jemals den Stromanbieter gewechselt hat, eine Sonnenstromanlage auf dem Dach betreibt oder gar ein Elektroauto fährt?

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